Polizei
Internationaler Tag gegen Lärm am 28. April
Am Mittwoch, 28. April, findet der 13. Tag gegen Lärm, der International Noise Awareness Day, statt.

Anlässlich dieses Aktionstages, der von der Deutschen Gesellschaft für Akustik organisiert wird, informiert das Gesundheitsamt über Lärm und gibt Tipps, wie die Bürgerinnen und Bürger mehr Ruhe in ihren Alltag bringen.

Lärm ist ein unerwünschter, störender und belästigender Schall, der das körperliche, seelische und soziale Wohlbefinden der Menschen negativ beeinflussen kann. Die sprachliche Kommunikation, Erholung, Gesundheit oder Freizeitaktivitäten können durch Lärm beeinträchtigt werden. Dass Lärm wie andere Stressfaktoren zu negativen physischen und psychischen Veränderungen führen kann, geht aus vielen Untersuchungen eindeutig hervor. Weder der einzelne Mensch noch der Mensch in der Gemeinschaft akzeptiert Lärm auf Dauer als „selbstverständliches Nebenprodukt“ der Gesellschaft.

Was jeweils als Lärm empfunden wird, ist zunächst vom Geräusch selbst abhängig. Das bedeutet, dass die physikalischen Größen des Geräusches wie Frequenz und Schalldruckpegel Einfluss auf die Wahrnehmung jedes Einzelnen haben. Außerdem spielt die aktuelle Situation, in der sich der Betroffene befindet, oder seine momentane Tätigkeit eine Rolle. Auch ist das Lärmempfinden jedes einzelnen Menschen anders, so dass Geräusche und deren Pegel vom Hörenden in unterschiedlicher Weise eingestuft werden. „Lärm“ ist deshalb mit physikalischen Geräten nicht messbar. Es gibt keine festgelegte Grenze, die angenehme von störenden Geräuschen unterscheidet. So wird der Teilnehmer eines Rockkonzertes die Musik wohl nicht als Lärm empfinden, Flugzeuglärm hingegen schon und das trotz gleichem Schalldruckpegel.

 

 

Bei Lärm leidet die Lebensqualität

Lärm stellt eines der gravierendsten Umweltprobleme der heutigen Zeit dar. Viele Menschen fühlen sich durch den immer stärker werdenden Lärm gestört. Besonders der Verkehrslärm wird als starke Belästigung erlebt. Nach Angaben des Umweltbundesamtes im Jahr 2008 betrifft dies rund zwei Drittel der Deutschen. Straßenlärm ist somit der Hauptbeschwerdepunkt, nicht allein für Erwachsene, sondern insbesondere auch für Kinder. An zweiter Stelle steht mit rund 35 Prozent der Fluglärm, der Schienenverkehr folgt mit 25 Prozent.

Da Geräusche sowohl tags als auch nachts und überall, egal, ob in der Wohnung, auf der Straße oder am Arbeitsplatz, auftreten können, sind ihnen viele Menschen unweigerlich ausgesetzt. Deshalb besteht enormer Handlungsbedarf, etwas beziehungsweise noch mehr gegen die Umweltbeeinträchtigung Lärm zu tun.

Wege, um Lärm zu mindern

Den Lärm zu mindern, ist dringend notwendig. Er kann sowohl administrativ (durch gesetzlich festgelegte Grenzwerte) als auch technisch (durch Minderungen an der Quelle, auf dem Ausbreitungsweg oder beim Betroffenen selbst) bekämpft werden. Des Weiteren können auch planerische Maßnahmen helfen wie eine Verkehrsberuhigung oder eine bestimmte Ausrichtung von Gebäuden.

Einiges hat sich bereits verbessert: So gibt es leisere Flugzeuge, lärmarme Straßenbeläge und Reifen, deren Profile schallfreundlicher sind. Insgesamt nimmt die Belastung durch Lärm aber eher zu, der Schlaf bleibt nicht ungestört. Neue Untersuchungen beweisen deutlich negative Auswirkungen auf das Herzkreislaufsystem. Die Leistungsfähigkeit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist betroffen.

Engagement und Selbsthilfe sind gefragt

Regelungen allein sind nicht die Lösung. Mehr Wissen und mehr Aufklärung innerhalb der Bevölkerung über die möglichen Folgen von zu intensiver Schallbelastung und Möglichkeiten, diese zu vermeiden, sind notwendig.
Jeder Einzelne kann durch verantwortungsbewusstes Verhalten dazu beitragen. Deshalb sollten Ruhezeiten eingehalten werden.

Um sich vor Lärm zu schützen, empfiehlt das Gesundheitsamt einen Gehörschutz zu tragen, wenn es ratsam oder vorgeschrieben ist. Geräusche von 65 bis 75 Dezibel bewirken im Körper Stress, Schalldruckpegel ab 85 Dezibel gefährden das Gehör. Daher sollte die Lautstärkeeinstellung an Radio- und Fernsehgeräten überprüft werden.

Das sogenannte Automatic Volume Limiter System (AVLS), das in MP3- oder CD-Playern eingebaut ist, schützt das Gehör vor Schäden durch verschiedene Aufnahmelautstärken.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.stuttgart.de und www.umweltbundesamt.de. Fragen zu den gesundheitlichen Folgen von Lärm beantwortet Bernd Dornberger vom Gesundheitsamt unter Telefon 216-30 75.





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