Gleich vier Mähnenschäfchen jagen derzeit mit munteren Bocksprüngen über die Felsenanlage.
Und auch ihre Mitbewohner in der „WG“, die Dscheladas oder Blutbrustpaviane, haben reichlich Nachwuchs. Genauer gesagt sieben Äffchen im Alter von einer Woche bis zu fünf Monaten. Gemeinsam bringen die „jungen Wilden“ nun jede Menge Leben in die Bude.
Eigentlich sind Mähnenschafe, auch Mähnenspringer genannt, gar keine Schafe, sondern rangieren irgendwo zwischen Schafen und Ziegen. Ob ihre Jungtiere also Zicklein oder Lämmlein heißen sollten, ist nicht eindeutig zu beantworten. Sicher aber ist, dass selbst die Kleinsten unter ihnen bereits meisterhafte Klettermaxen sind, die jeden noch so kleinen Felsvorsprung trittsicher nutzen. Eine Fähigkeit, die ihnen in die Wiege gelegt ist, schließlich stammen ihre Vorfahren aus dem nordafrikanischen Atlasgebirge. Auch die vier Jüngsten auf der Anlage, die alle zwischen 21. und 27. März auf die Welt kamen, zeigen bereits, wie gut sie Beinarbeit und Sprungtechniken beherrschen. Ebenfalls in jedem Gelände sehr behände unterwegs, wenn auch mit anderer Klettertechnik, sind ihre Wohngenossen auf der Anlage, die Dscheladas. Auch sie sind ursprünglich Hochgebirgsbewohner, allerdings aus Äthiopien. Da sie dort sehr bedroht sind, gilt die Nachzucht im Zoo als wichtiger Beitrag zur Arterhaltung. Seit 2009 sorgen zwei neue Zuchtmänner für Nachwuchs in der Wilhelma-Gruppe: Francois und Jürgen. Die ersten Früchte trug ihr Einsatz schon letztes Jahr, als im November und Dezember vier Äffchen geboren wurden, dieses Jahr kamen seit Ende Februar drei Pavianbabys hinzu – jede Menge Spielkameraden also für wilde Verfolgungsjagden und spannende Versteckspiele.
Damit leben jetzt insgesamt 34 Dscheladas und zwölf Mähnenschafe auf der Anlage, und dank ihrer springlebendigen Sprösslinge ist Action im Revier garantiert. Als Wohngenossen harmonieren die beiden Tierarten prächtig, was vermutlich vor allem den genügsamen Mähnenschafen zu verdanken ist. Gerade die jungen Dscheladas können sich bei den gutmütigen Hornträgern mit ihren prächtigen Mähnenumhängen so manches erlauben – und nutzen diese ungeniert als Sessel, Reittier oder gar Milchbar. Auch was die kulinarischen Vorlieben anbelangt, passen die beiden Arten gut zusammen. Mähnenschafe wie Blutbrustpaviane leben vegetarisch und verbringen in der Natur den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche. Deshalb wird auch in der Wilhelma ihr Futter – Gras, Kräuter, Laub, Wurzeln, Äste, Früchte und Körner – von den Tierpflegern großflächig über die Felsen verteilt. Die Mähnenlämmer beziehungsweise -zicklein interessiert das jedoch noch nicht. Sie bleiben bis zum sechsten Lebensmonat lieber bei der leckeren Frischmilch aus Mutters eigener Produktion.
Fehlt nur noch der Hinweis auf die dritten im Bunde in der Felsen-WG, auf die etwa hasengroßen Kap-Klippschliefer. Auch sie hatten erst letzten Winter Drillinge bekommen. Und mit etwas Glück kann man zwischen den vielen Mähnenspringer- und Pavianbeinen hin und wieder auch einen Blick auf diese kleinen eigenartigen Elefantenverwandten aus Südafrika erhaschen.