Im Anschluss daran zogen gegen 18.35 Uhr die Versammlungsteilnehmer zunächst auf der angemeldeten Aufzugsstrecke in Richtung Marktplatz. In der Schillerstraße spaltete sich der Aufzug plötzlich in zwei Gruppen. Rund 1.000 Personen marschierten in einer nicht angemeldeten Aktion zum Gebhard-Müller-Platz und blockierten für rund zehn Minuten die Kreuzung.
Während die anderen rund 500 Demonstranten auf der ihnen zugewiesenen Strecke weiter zum Marktplatz gingen, zogen die anderen Personen vom Gebhard-Müller-Platz über die Konrad-Adenauer Straße und den Charlottenplatz über die Hauptstätter Straße, die Tor- und Steinstraße in Richtung Rathaus. Auf dem Weg dorthin blockierten kleinere Gruppen immer wieder den Verkehr, indem sie auf der Straße stehen blieben. Auf der Bundesstraße 14 Höhe Landtag sowie am Charlottenplatz blockierten sie zeitweise alle sechs Fahrspuren in beide Richtungen. Als die Projektgegner aufgefordert wurden, Aktionen dieser Art zu unterlassen, entgegneten etliche, sie wollten damit Autofahrer auf Verkehrsbehinderungen aufmerksam machen, die zukünftig im Zusammenhang mit Baumaßnahmen zu Stuttgart 21 an der Tagesordnung seien. Um die Straße freizubekommen mussten sie von Einsatzkräften zurückgedrängt werden.
Polizeieinsatzkräfte beobachteten, dass Autofahrer wegen der Behinderungen teilweise aufgebracht reagierten.
Eine Frau stellte sich den Beamten in den Weg und versuchte, sie mit ihrem Regenschirm auf Distanz zu halten. Daraufhin wurde ihr der Schirm aus Sicherheitsgründen vorübergehend abgenommen. Die Besitzerin kann ihren Schirm auf der Wache des Polizeireviers 2 Wolframstraße abholen.
In zwei Fällen wurden Busse des öffentliche Personen- und Nahverkehrs gezielt blockiert und an der Weiterfahrt gehindert.
Am Rathaus angekommen, entleerten die Projektgegner auf der Eingangstreppe zwei Mülleimer mit Holzspänen und stellten an der Eingangstüre ein Holzkreuz ab. Dort machten sie bis zirka 20.30 Uhr mit Plakaten, Musik und Parolen skandierend ihrem Unmut gegen das Bahnprojekt Luft.
Die Einsatzkräfte stellten teilweise eine starke Emotionalisierung der Projektgegner fest, die sich bedauerlicherweise auch in Beleidigungen sowie Schubsereien gegen die eingesetzten Beamten entlud.
Am Dienstagmorgen (24.01.2012) haben um 07.45 Uhr 14 Projektgegner einen Lastwagen an der Einfahrt in den Baustellenbereich am Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofes gehindert.
Die Personen wurden mehrfach von der Polizei aufgefordert die Zufahrt freizugeben. Nachdem sie den Aufforderungen nicht nachkamen, wurden sie zur Personalienfeststellungen von Einsatzkräften umschlossen und erhielten einen Platzverweis.


