Zirka 50 Demonstranten haben am Montagabend (26.07.2010)
während der montäglichen Demonstration Teile des nördlichen Flügels des
Stuttgarter Hauptbahnhofes besetzt.
Zunächst hatten sich gegen 18.00 Uhr am Nordausgang rund 3 000 Gegner des
Bauprojektes Stuttgart 21 versammelt und demonstrierten friedlich.
Kurz nach Beginn der Veranstaltung drangen zirka 50 Aktivisten ins Gebäudeinnere
und besetzten mehrere Räume des bereits von den Mietern geräumten Nordflügels.
Etliche Teilnehmer kletterten zusätzlich von außen über eine Leiter in die im ersten
Obergeschoss gelegenen Räume. Die Aktivisten skandierten Parolen gegen das
Bahnprojekt Stuttgart 21 und hängten mehrere Transparente aus den geöffneten
Fenstern.
Die Polizei forderte die Hausbesetzer mehrmals auf, den Bahnhof zu verlassen, was
sie nicht taten. Die ursprünglich angemeldete übliche montägliche Demonstration
wurde gegen 18.45 Uhr vom Versammlungsleiter beendet. Anschließend bildete sich
eine neue Versammlung, die sich vor dem Nordflügel aufhielt. Die dort versammelten
Demonstranten skandierten nun im Wechsel mit den Aktivisten im Gebäude Parolen
gegen das Projekt. Zudem war eine zunehmend aggressive Stimmung spürbar, die
sich zum Teil auch gegen die Einsatzkräfte richtete. Einige Beamte und Beamtinnen
wurden massiv beleidigt und einigen die Mütze vom Kopf gerissen. Ein Polizist ist
mit Füßen traktiert worden.
Insgesamt ist die Polizei zur Stunde mit rund 200 Beamten und Beamtinnen im
Einsatz, darunter Einsatzkräfte der Bundespolizei, der Reiterstaffel sowie Kräfte aus
umliegenden Polizeidirektionen.